Wieso die Photovoltaik uns nicht retten wird

Anton Tschechow hat einmal geschrieben:

„Beim Menschen sollte alles schön sein: Das Gesicht, die Kleidung, die Seele und die Gedanken.“

Wir können dies auch auf die Architektur übertragen: Gebäude sollen funktional und schön sein. Die meistverbreitete Art von Sonnenanlagen sind allerdings nicht sonderlich schön. Aufgesetzt wie ein Dachgepäckträger, meist unpassend wie ein Flickfleck hat man den Eindruck, dass sie beliebig sind und nicht zu der Hausarchitektur dazugehören. Es entsteht das Gefühl einer zusammengewürfelten Kleingärtnerei. Doch noch störender ist die Tatsache, dass Solaranlagen zur Wunderwaffe der Energiewende erklärt worden sind. Vermutlich ist der Hauptgrund für die Beliebtheit der Solaranlagen jedoch dem wirtschaftlich finanziellen Anreiz entsprungen. So oder so scheint der Peak der Photovoltaikdachanlagen in Deutschland erreicht worden zu sein und die damit einhergehende Energiewende kann maximal als eine Kurskorrektur bezeichnet werden.

Was hat die Energiewende bisher erreicht? Sie deckt zunächst zwei Bereiche ab: Strom und Warmwasser. Innerhalb dieser zwei Bereiche kann ein großer Anteil mit der eigenen Produktion durch Solaranlagen abgedeckt werden. Doch was ist mit der Raumwärme, die den Großteil unseres Energieverbrauches darstellt? Für diesen Bereich gibt es bislang keine effektive Lösung. Besonders schlimm sieht es in den Winterperioden aus, in denen nur selten die Sonne scheint. An dieser Stelle wird ganz klar deutlich, dass Solaranlagen meilenweit davon entfernt sind, die Lösung für die Energiewende zu bieten. Ihr Einsatzbereich ist beschränkt und deckt längst nicht unseren gesamten Verbrauch. Doch heißt das, wir müssen die Energiewende von unserer To Do Liste streichen? Natürlich nicht, denn das fossile Zeitalter neigt sich dem Ende und die Chance, rechtzeitig effektive Lösungen zu finden, rennt uns davon – Es kann kaum offensichtlicher werden, dass wir neue Technologien benötigen, die uns mit nachhaltiger Raumwärme versorgen.

Eine nahezu erschreckend simple Lösung für die Energiewende – genauer gesagt: Die Wärmewende – bietet das System der schaltbaren Wärmedämmung. Dies bietet mehrere Vorteile: Die Notwendigkeit einer guten Dämmung ist uns bereits wohl bewusst und dementsprechend sogar Pflicht. Im Gegensatz zur bisherigen Styropordämmung ist die schaltbare Wärmedämmung integrierter Bestandteil des Gebäudes und hat einen deutlich größeren Spielraum für ästhetische Variationen. Neben der steigenden Ästhetik liegt der Knackpunkt natürlich in der Funktionalität, denn der Wirkungsgrad einer schaltbaren Wärmedämmung ist deutlich höher – Besonders in Verbindung mit der Photovoltaik und Wärmepumpe. Darüber hinaus kann die Wärme ohne weiteren Aufwand gespeichert und abgegeben werden. Dies geschieht völlig simpel mit Strukturen, die uns bereits bekannt sind: den Wänden des Gebäudes. Denn Stein ist der natürlichste Wärmespeicher, den es gibt. Andersherum kann die schaltbare Wärmedämmung aber auch als Sonnenschutz fungieren und die Kühlung des Hauses übernehmen. Aber am aller wichtigsten ist: Die schaltbare Wärmedämmung kann mit allen anderen bisherigen System kombiniert werden, sodass alle Technologien zusammen endlich die wahre Energiewende bewirken können.